AGNES trifft GUIDO
Relative Solmisation in der musikalischen Bildung

Anmeldung noch immer möglich !!!

Wir haben die Anmedefrist verlängert. Anmeldungen bitte an tanja.spatz@hmtm-hannover.de

Interdisziplinäres Symposium, 25.-27. Oktober an der HMTM Hannover

„Die Tonika Do-Lehre will das musikalische Gehör durch lebendige und vielseitige Hilfsmittel entwickeln. Sie […] lehrt die einfachsten Beziehungen der Töne zum Grundton und untereinander erkennen […].“
Agnes Hundoegger im Vorwort zur Lehrweise nach Tonika-Do (9. Auflage)

Agnes Hundoegger und Guido von Arezzo als zwei prägende Persönlichkeiten in der Geschichte der relativen Solmisation bilden die Eckpunkte, die das Symposium umspannen.

Die Verwendung relativer Solmisationssilben und weiterer damit verbundener Hilfsmittel (wie Handzeichen) kann das Musizieren vielfältig positiv beeinflussen, etwa im Verständnis musikalischer Abläufe, in Stärkung von Klangvorstellung und Intonation, aber auch in Bezug auf Improvisation. Das Lernen mit relativer Solmisation kann so zu mehr Sicherheit im Umgang mit Musik in verschiedensten Kontexten führen.

In unterschiedlichen Formaten und Schwerpunktsetzungen beleuchtet das Symposium verschiedene Aspekte von relativer Solmisation, ihrer Geschichte sowie ihrer Verwendung in aktuellen Konzepten.

Der Solmisationsstreit zu Beginn des 20. Jahrhunderts war auch ein Streit der Geschlechter. Während das Tonwort, ein recht kompliziertes „absolutes“ Tonbenennungssystem für den schulischen Gesangsunterricht, von Carl Eitz, einem Volksschullehrer, erdacht und propagiert wurde, begründete die Hannoveraner Musikerin, Klavier- bzw. Gesangslehrerin und Frauenrechtlerin Agnes Hundoegger die „relative“ Tonika-Do-Methode und führte sie in Deutschland ein. Agnes Hundoegger war bis weit über ihren Tod hinaus die zentrale Gestalt der Tonika-Do-Bewegung. Gemeinsam mit Alma Bräuer konzipierte sie die Methode, gründete 1909 den Tonika-Do-Bund und bildete die erste Generation von Lehrerinnen aus. Für die weite Verbreitung vor allem im Norden Deutschlands sorgten neben ihr u.a. die Musikpädagoginnen Maria Leo, Elisabeth Noack, Alma Bräuer, Frieda Loebenstein und Rose-Marie Cramer. Auch wenn die Tonika-Do-Methode eine weite musikpädagogische Verbreitung über viele Jahrzehnte hin erfuhr, führten die Kategorien „Geschlecht“ und „Beruf“ und deren gesellschaftliche Wertung doch vielfach – vor allem im schulischen Kontext – zur Bevorzugung des Eitzschen Tonworts. So war der Einsatz des Tonworts in den 1920er Jahren an allgemeinbildenden Schulen in Bayern und zeitweise auch in anderen Ländern und Provinzen verpflichtend. Das Dilemma führte sogar dazu, dass 1925 der Vorsitz des Tonika-Do-Bundes gezielt einem Mann (Alfred Stier) übergeben wurde, um das Image des in der Öffentlichkeit oft diskreditierten Vereins zu verbessern und die Mitgliedszahlen – auch unter Männern – ansteigen zu lassen. Solche Geschlechterungerechtigkeit und andere Genderthemen werden am Freitag Nachmittag im Fokus des Symposiums stehen.

Alle an Musik und musikalischem Lernen Interessierte sind herzliche zur Teilnahme eingeladen, eine profunde Kenntnis der relativen Solmisation wird nicht vorausgesetzt. 

 

Eckdaten

Beginn: 
Freitag, 25. Oktober um 13 Uhr

Ende:
Sonntag, 27. Oktober um ca. 14 Uhr 

Tagungsbeiträge:
extern Teilnehmende (Fr.-So.) 50€
Tagesbeiträge:            15/30/15 €
Mitglieder/Alumni HMTM:       10 €
Stud. anderer Hochschulen:   25 €
Tagesbeiträge:       7,50/15/7,50 €

Förderung durch

Kontakt und Anmeldung

Tanja Spatz 
@: tanja.spatz@hmtm-hannover.de
Tel.: 0511-3100 7626

Hochschule für Musik, Theater und Medien
Neues Haus 1
30175 Hannover 

Zuletzt bearbeitet: 10.10.2019

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